Demenz in einer alternden Gesellschaft

Im Forschungsschwerpunkt "Dementia in Society" sollen die Erkenntnisse der Grundlagen- und klinischen Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen mit sozial- und geisteswissenschaftlichen Analysen einer zunehmend alternden Gesellschaft vermittelt werden.

Die höhere Lebenserwartung der Menschen in Industrieländern geht mit einem Anstieg altersbedingter Krankheiten einher. Hierbei spielen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Frontotemporale Demenz, Chorea Huntington und Prionerkrankungen eine große Rolle. Dies hat sowohl wirtschaftliche als auch soziale Folgen für die Gesellschaft und ist schon jetzt eine große Belastung für die Gesundheitssysteme. Insgesamt sind schon heute mehr als 24 Millionen Menschen weltweit von der Demenzerkrankung betroffen, davon 1,2 Millionen in Deutschland. Der demographische Verlauf in den alternden Gesellschaften der Industrieländer, insbesondere aber die steigende Lebenserwartung in den Entwicklungs- und Schwellenländern bewirken, dass sich die Fallzahlen alle 20 Jahre verdoppeln werden. Im Jahr 2040 rechnet man weltweit mit mehr als 80 Millionen Erkrankten, davon etwa 2 Millionen in Deutschland.

Im Forschungsschwerpunkt "Dementia in Society" sollen die Erkenntnisse der Grundlagen- und klinischen Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen mit sozial- und geisteswissenschaftlichen Analysen einer zunehmend alternden Gesellschaft vermittelt werden. An den Schnittstellen üblicherweise separierter fachwissenschaftlicher Debatten sollen interdisziplinäre Gespräche geführt werden und so nicht nur der Austausch zwischen den Natur- bzw. Sozial- und Geisteswissenschaften, sondern auch der Austausch zwischen Grundlagen-forschung und angewandter Medizin in diesem Feld gefördert und gestärkt werden.

Sprecher

  • Prof. Dr. Christian Haass
    (Professor für Biochemie, LMU und Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), München)

Arbeitsgruppe

Visiting Fellows

Dr. Thomas Bak

Ehemaliger Visiting Fellow

Karen Croot, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Veranstaltungen

  • Podiumsdiskussion – "Demenz in der alternden Gesellschaft"
    (Sommersemester 2011)
  • Vortrag von Dr. Thomas Bak – "What Wires Together Dies Together: Patterns of Language Impairment in Neurodegenerative Diseases" (Wintersemester 2011/12)
  • Vortrag von Heike von Lützau-Hohlbein – "Demenz – Aus unterschiedlichen Blickwinkeln" (Wintersemester 2011/12)
  • Podiumsdiskussion – "War Ludwig II. dement?" (Sommersemester 2012)
  • Vortrag von Prof. Thomas Klie – "Demenz: Eine Herausforderung für alle Betroffenen" (Sommersemester 2012)
  • Vortrag von Prof. Karen Croot – "The Whole Picture Is The Whole Person: Clinical Management Pathways for Primary Progressive Aphasia" (Wintersemester 2012/13)

Presse

  • "Litt König Ludwig II. an Demenz?" – Article in the Mittelbayerischen Zeitung on 29. Mai 2012
  • "Der vergessliche Bayernkönig. War der Kini dement?" – Radiobeitrag im Magazin IQ – Wissenschaft und Forschung auf Bayern 2 am 16. Mai 2012