Landwirtschaft zwischen Idyll und Dystopie: Grüne Gentechnik als Projektionsfläche von Naturbildern

Das Verbot der Maissorte MON810 führte in der Debatte um die Grüne Gentechnik (GGT) zu einer neuerlichen Thematisierung der Risiken und Verantwortung wissenschaftlicher Forschung, politischer Entscheidungsfindung angesichts neuer Risikotechnologien und Orientierung der Landwirtschaft.

Die zentrale Arbeitshypothese des Projektes ist es, dass vor dem Hintergrund der Debatte um die GGT eigentlich eine gesellschaftliche Auseinandersetzung um das richtige Mensch-Natur Verhältnis geführt wird. Dabei rekurriert die Bewertung auf Naturbilder, die für eine bestimmte, normativ geregelte Mensch-Natur Beziehung stehen und stets über Landwirtschaft vermittelt sind. In der Landwirtschaft wird die Mensch-Natur Beziehung auf exemplarische Weise realisiert. Da diese in einem erheblichen Maße technologischen und ökonomischen Effizienzkriterien unterliegt, verwundert es nicht, dass der Konflikt genau an dieser Stelle ausgetragen wird. Ziel des Projektes ist es, durch eine interdisziplinäre Reflexion der Naturbilder neue Perspektiven für die Verantwortung von Forschung und Landwirtschaft zu gewinnen. Auf diese Weise wird es möglich sein, Zukunftsszenarien zu vergleichen, einzuschätzen und den Konflikt um die GGT besser zu verstehen.

Wissenschaftlicher Beirat (WB)

Steering Committee (SC)

  • Barbara Brandl
    (Institut für Soziologie, LMU)
  • Christian Dürnberger
    (Institut TTN, Umweltethik und Kommunikation)
  • Dr. Julia Herzberg
    (Rachel Carson Center)
  • Birgit Lemmen
    (Staats- und Verwaltungsrecht, Universität Passau)
  • Dr. Reinhard Pröls
    (Phytopathologie, TU-Wissenschaftszentrum Weihenstephan)
  • Dr. Lena Bouman (wissenschaftliche Koordinatorin)
    (CAS)

Visiting Fellows

Prof. Celia Applegate, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Prof. David Blackbourn, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Veranstaltungen

  • Vortrag von Prof. Bernd Müller-Röber – "Grüne Gentechnik – Standardtechnik in Deutschland und International"
    (Sommersemester 2010)
  • Vortrag von Prof. Terry Marsden – "Exploring the Potential Contributions of the Bio-Economy and the Eco-Economy in Agri-Food and Rural Regional Development"
    (Wintersemester 2010/11)
  • Workshop – "Wissenschaftskommunikation am Beispiel 'Grüne Gentechnik': Public Relation oder Aufklärung?"
    (Sommersemester 2011)
  • Vortrag von Prof. David Blackbourn – "Cultivated Landscape and Wilderness: Some Reflections on the German Case"
    (Sommersemester 2011)
  • Workshop mit Abendvortrag – "'Natur" – Norm und Narration der Landwirtschaft"
    (Wintersemester 2011/12)
  • Podiumsdiskussion – "Grüne Gentechnik bewerten und regulieren: Zur Rolle sozioökonomischer Kriterien bei Beschränkungen oder Verboten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen"
    (Sommersemester 2012)
  • Interdisziplinärer Workshop – "Grüne Gentechnik 2030. Potenziale stressresistenter Pflanzen"
    (Wintersemester 2012/13)
  • Buchpräsentation – "Projektion Natur. Grüne Gentechnik im Fokus der Wissenschaften"
    (Wintersemester 2014/15)

Publikationen

  • Annette Meyer / Stephan Schleissing (Hgg.): Projektion Natur. Grüne Gentechnik im Fokus der Wissenschaften (=Umwelt und Gesellschaft Bd. 12), Göttingen 2014.

Presse

  • Landwirtschaft zwischen Idyll und Dystopie: Grüne Gentechnik als Projektionsfläche von Naturbildern, in: CAS Aviso 3 (2010), S. 3f.
  • Versuch über die Natur, in: Einsichten 2 (2012), S. 46-53.