Modelle des Wandels. Funktionen, Semantiken, Praktiken in der Neuzeit

Neuere Ansätze von Globalgeschichte und transnationalen Studien haben den Nationalstaat als den prädestinierten Raum für kultur- und gesellschaftsbezogenen Studien obsolet erscheinen lassen. Zugleich sind auch die modernen Zeitkonzepte wie sie in der europäischen Sattelzeit hervorgebracht worden sind, fragwürdig geworden: An die Stelle von linearen und oft teleologischen Konzepten von Geschichtsverläufen ist das Verständnis der Parallelität verschiedener Zeitschichten getreten, die zum Teil von extrem langer Dauer sind (Anthropozän oder big history), zum Teil einen Augenblickscharakter haben.

Die Veränderungen der Zeit- und Raumkonzepte haben eine weitreichende Implikation für die Modellierbarkeit von Wandel. Dieser soll im CAS Schwerpunkt prononciert in seiner räumlichen Verortung diskutiert werden. Nicht nur die Globalisierungserfahrung, sondern auch die jüngere Transformationsforschung zeigen, wie wichtig es ist, nicht nur den Faktor Zeit als Veränderungsdimension vorauszusetzen, sondern Bewegungen durch Räume und Relationen innerhalb von Räumen ebenso mitzudenken. In dem Schwerpunkt soll es um eine Auseinandersetzung gehen, die von den area studies wesentliche Impulse erhält. Area Studies sind den Postulaten normativer Modellbildungen entgegengesetzt, indem sie auf der empirischen Vielfalt der globalen Realität bestehen. Sie leisten damit einen Beitrag zur Hinterfragung von wissenschaftlichen Grundannahmen, welche insbesondere die „westliche“ Welt aufgrund der Ausblendung anderer empirischer Befunde und Erfahrungen zur Norm erklärt haben.

Sprecher

Arbeitsgruppe

Visiting Fellows

Prof. Eduardo Gudynas

Ehemaliger Visiting Fellow

Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joas

Ehemaliger Visiting Fellow

Soziologie

Prof. Dr. Nicole Reinhardt

Ehemaliger Visiting Fellow

Prof. Sanjay Subrahmanyam, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Veranstaltungen

  • Vortrag von Prof. Dr. Thomas Welskopp – "Keine Atempause. Wie die Geschichtswissenschaft Wandel herleiten, erklären und darstellen kann"
    (Sommersemester 2017)
  • Vortrag von Dr. Hans Groth – "Africa: Failure is not an Option"
    (Wintersemester 2017/18)
  • Vortrag von Prof. Dr. Hans Joas – "Die Macht des Heiligen. Eine Alternative zur Geschichte von der Entzauberung"
    (Wintersemester 2017/18)
  • Vortrag von Jim Endersby, Ph.D. und Prof. Marina Mogilner, Ph.D. – "Imperial Evolutions"
    (Sommersemester 2018)
  • Tagung – "Change through Repetition. Mimesis as a Transformative Principle between Art and Politics"
    (Wintersemester 2018/19)
  • Tagung – "Shaping Change. Epistemologies, Practices, Politics"
    (Wintersemester 2018/19)