Repräsentationen von Migration

Über die Routen der Aus- und Einwanderung wechseln nicht nur Menschen ihren Aufenthaltsort. Mit sich führen sie materielle und immaterielle Güter, Symbole ihrer Herkunft, die sich in Dingen, Artefakten, Liedern, Denkmälern, Zeitungen und Zeitschriften, Briefen und Fotografien, in performativen Äußerungen und mündlich überlieferten Erinnerungen manifestieren. Solche Repräsentationen der Migration können positive Erinnerungen an das zu Bewahrende oder das melancholisch Erinnerte aus einer oft dramatischen Migrationserfahrung gleichsam einfrieren und in der zweiten Generation als Projektionsflächen für Imaginationen einer Welt dienen.

Der Schwerpunkt "Repräsentation von Migration" beschreibt das Thema Migration und Erinnerung als prozessuales, interdisziplinär zu denkendes Forschungsfeld, das weniger über die Konstituierung von Identitäten durch Vergleich und Abgrenzung mit anderen zu begreifen ist, sondern vielmehr über die Repräsentations- und Präsentationsformen sowie Präsentationsstrategien von Migrant/innen und Exilant/innen.

Neben den Repräsentationen von Migration durch Materielles und Immaterielles kommt der künstlerischen und literarischen Reflexion von Einwanderung und ihren Folgen besondere Bedeutung zu. Bildende Kunst, Theater und Literatur vermögen als fiktionale oder semi-dokumentarische Strategien dem offiziellen Sprechen über Migration etwas entgegen zu setzen.

Ein weiterer Fokus des Schwerpunktes am CAS liegt auf imperialen und postimperialen Migrationen aus dem späten Habsburger Reich, dem Osmanischen Reich und Russischen Reich. Beispielhaft sei hier auf die Migrant/innen aus der pluri-nationalen Habsburgermonarchie in die Amerikas zwischen 1876 und 1914 verwiesen.

Sprecherinnen

Arbeitsgruppe

Visiting Fellows

Prof. Elizabeth Otto, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Kunstgeschichte

João Fábio Bertonha, Ph.D.

Ehemaliger Visiting Fellow

Dr. Isa Blumi

Ehemaliger Visiting Fellow

Veranstaltungen

  • Kunst am CAS – "Expedition Medora X"
    (Wintersemester 2015/16)
  • Internationaler Workshop – "Promised Lands: Israel-Diaspora Relations and Beyond"
    (Sommersemester 2016)
  • Podiumsdiskussion – "Kulturen schaffen? Migration und ihr Einfluss auf Kulturinstitutionen"
    (Sommersemester 2016)
  • Internationale Tagung – "Passages of Exile"
    (Wintersemester 2016/17)
  • Vortragsreihe im Wintersemester 2016/17 – "Passagen / Passages"
  • Internationale Tagung – "Looking for the National Dream. Austro-Hungarian Migrants in the Americas in Comparative Perspectives"
    (Sommersemester 2017)
  • Internationale Tagung – "Legacies of Post-Imperial Migrations from World War I to the Cold War"
    (Wintersemester 2017/18)
  • Tagung – "Leave, Left, Left. Migrationsphänomene in den Künsten"
    (Sommersemester 2018)
  • Internationale Tagung – "Stuck in Migration. Waiting Zones and Internment Camps"
    (Sommersemester 2018)